Freundeskreis St. Ursula-Kirche Oberursel

Der Stadt und den Menschen ihr Wahrzeichen erhalten

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Der Hüter der Schätze von St. Ursula

Zum 40-jährigen Bestehen des Freundeskreises

Von Sabine Münstermann


Kirchenbauten machen Arbeit - und kosten Geld. Ohne Fördervereine wären viele von ihnen heute gar nicht mehr zu bewirtschaften. Das gilt auch für die St. Ursula-Kirche. Wie gut, dass sie einen solch großen und vor allem treuen Freundeskreis hat.

Nein, an dieser Stelle soll nicht schon wieder über das Ausgabeverhalten des Bischofs von Limburg diskutiert werden; wenngleich Wilfried Abt, Vorsitzender des Freundeskreises der St. Ursula-Kirche, sich darüber in den vergangenen Wochen durchaus so seine Gedanken gemacht hat. Denn er war einer derjenigen, die, während Franz-Peter Tebartz-van Elst seine Privatgemächer teuer bauen ließ, in den vergangenen Jahren den ansonsten vorherrschenden Sparkurs der katholischen Kirche deutlich zu spüren bekommen hat.

Wann immer nämlich eine Renovierung anstand, gab es zwar Geld von Limburg - aber immer mit der Auflage, dass der Förderverein eben auch ein Gutteil zur benötigten Summe beitragen muss. Im Falle der vor dem Hessentag in Angriff genommenen Renovierung etwa 120 000 Euro, damit das Bistum die Restsumme von 680 000 Euro übernahm.

Geschichten wie diese könnte Abt viele erzählen, aber der fromme Mann schweigt und sieht zu, wie er andere dazu motivieren kann, sich für das kirchliche Wahrzeichen Oberursels zu engagieren. Etwa, wenn es darum geht, die Große, 2600 Kilogramm schwere Glocke „Maria Kraft“ zu renovieren. Die hatte einen Riss, teilt aber, nach der Reparatur, seit März vergangenen Jahres den Oberurselern wieder mit, was die Stunde geschlagen hat.

Dass es ihm, seinen Vorstandskollegen Gregor Schildt, Gerhard Hohmann, Pfarrer Andreas Unfried, Alfons Happel und Richard Stock sowie den 122 Mitgliedern gelungen ist, St. Ursula mit Turm, Glocken und Museum nicht nur instand zu halten, sondern so zu pflegen, dass die Orscheler stolz auf ihr Wahrzeichen sein können, zeigt sich von morgen an. Heute nämlich sind tatsächlich die allerletzten Arbeiten an der Brüstung des Kirchturm zu erledigen. „Da geht es noch um letzte Sicherheitsvorkehrungen, für die der Schlosser Draht in der Sandsteinmauer befestigt“, erklärt Abt.

Wenn diese Arbeit getan ist, dann können Abt und alle Freunde der St. Ursula-Kirche mit Fug und Recht von sich behaupten: „Wir haben die Kirche von Grund auf renoviert.“

Und zwar zum Großteil mit Spenden von Firmen, Privatleuten oder aus den Einnahmen der Turmführung, die die rührigen Mitglieder des Freundeskreises von April bis Oktober jeden ersten Samstag im Monat organisieren.

Soviel Engagement muss natürlich gefeiert werden, zumal, wenn der Förderverein auch noch Geburtstag feiert; den 40. um genau zu sein. Deswegen laden Abt und seine Mitglieder für den Kerb-Sonntag, 20. Oktober, zum Festgottesdienst in St. Ursula ein. Beginn ist um 11 Uhr. Im Anschluss gibt es, wie sich das für eine Geburtstagsfeier gehört, Kirchkaffee auf dem Kirchplatz.

(Aus: Taunuszeitung 17.10.2013)